SCIR (Supply Chain Integration Reference) - Model
SCIR-Model
Das SCIR-Model (Supply Chain Integration Reference-Model) ist ein Modell, mit welchem sich die Simulationsanwender in ihrem Tätigkeitsprozess orientieren können. Es basiert auf den Grundsätzen des SCOR®-Models und wird für die Planungsprozesse in der Intra-Logistik eingesetzt. Das SCIR-Model basiert auf die unentbehrliche Planung des Leistungserbringungsprozesses einer Unternehmung. Ferner werden nicht nur die Prozesse, sondern auch die Logistik-Instrumente für Lagerproduktion und Distributionslogistik berücksichtigt.
SCIR-Model

SCOR®-Model
Das SCOR®#1- sowie das SCIR-Model basieren auf den selben fünf Grundsätzen:
Plan (Planung), Source (Beschaffung), Make (Herstellung), Deliver (Lieferung) und Return (Rückgabe)
Das SCOR®-Modell#1 (http://de.wikipedia.org/wiki/SCOR) ist weltweit verbreitet und wird von weit mehr als tausend Unternehmen angewendet (www.supply-chain.org).
#1 SCOR®-Model ist ein eingetragenes Markenzeichen des Supply-Chain Consils (www.supply-chain.org)
Top Level
Im „Top Level“ werden die Grundlagen der Unternehmung zusammengefasst. Dabei werden zuerst die Unternehmensvision und -mission geschrieben. Daraus resultieren die globalen Unternehmensziele. Sind die strategischen Unternehmensziele festgelegt, können die operativen Unternehmensziele festgelegt werden.
Die operativen Unternehmensziele sollen in den Kategorien des SCIR - Model aufgeteilt werden. Um eine Übersicht zu erhalten werden die Basisgrundlagen erfasst.
Plan = Budget, Ressourcen
Source = Einkauf, Einlagerung
Make = Zwischenlagerung, Verarbeitung
Deliver = Auslagerung, Distribution
Return = Rücklieferung
Werden alle diese Grundlagen pro operative Einheit (Arbeitsbereich) diversifiziert, so entstehen für die Einheiten mögliche durchführbare Massnahmenpakete.
Data Level
Sind die operativen Ziele bekannt, so müssen nun die relevanten Daten erfasst werden. Es geht darum, die entsprechenden Mengen und Bewegungen zu erfassen oder entsprechend zu definieren.
Als Mengen werden die effektiven und wertmässigen Artikel und die wertmässigen Produkte festgehalten. Als Bewegungszahlen werden die Anzahl der Bestellungen und Verkäufe inklusive deren Positionen festgehalten. Dabei sind die externen und internen Bestellungen / Auslieferungen zu berücksichtigen.
Die wertmässigen Artikel- und Produktmengen dienen zur Festlegung von Grösse und Art der benötigten Räume und Lagerflächen.
Die Bewegungszahlen weisen auf die Anzahl innerbetrieblicher Transporte und deren Häufigkeiten hin. Damit können später die Hilfsmittel für die innerbetrieblichen Transporte festgelegt werden.
Auch hier werden grundlegend für alle fünf Prozesskategorien eigene Daten zusammengestellt.
Plan = Artikel, Produkte, Mengen von Artikel und Produkten, wertmässige Mengen von Artikel und Produkten, Trendzuwachs, bestehende Räume, bestehende Lagerflächen, bestehende Verarbeitungsflächen, bestehende Hilfsmittel
Source = Bestellungsrhythmus, Beschaffungsmengen (Losgrössen / Wiederbeschaffungszeit), Anzahl Positionen bei Bestellung, Anzahl Lieferanten
Make = Verarbeitungsmengen, Verarbeitungszeiten, Make-or-Buy
Deliver = Anzahl Versand (Bestellmengen), Anzahl Positionen pro Bestellung, wertmässige Bestellgrössen
Return = Rücklieferungen pro Lieferant, Rücklieferung von Kunden
Mit diesen gesammelten Daten können nun die jeweiligen Informationen mittels der bekannten Methoden ausgewertet werden. Als Methoden werden beispielweise folgende eingesetzt:
ABC-Analyse (http://de.wikipedia.org/wiki/ABC-Analyse)
Trend Extrapolation (http://de.wikipedia.org/wiki/Extrapolation)
Make – or – Buy
Etc. (Diese Liste ist nicht vollständig)
Workflow Level
Die innerbetrieblichen Bewegungen sind die eigentliche Herausforderung der betrachteten Logistikorganisation. Diese werden im Workflow Level einzeln erkannt und festgelegt. Die dazu benötigten Daten sind im überliegenden Level, dem Data Level, zusammengetragen worden.
Aus der Anzahl Artikel und Produkten, der Grössen des Stauraumes, der Losgrössen (bei der Quelle) und den Auftragsgrössen (bei der Auslieferung), wird die jeweilige Anzahl der Bewegungen erkannt. Damit werden die aufkommenden Bewegungswege ersichtlich und können inklusive ihrer Benutzungsfrequenzen festgehalten werden.
Idealerweise wird das Holprinzip für die Einhaltung der Bewegungen angewendet.
Plan = KANBAN (http://de.wikipedia.org/wiki/Kanban) , schematisches Aufzeichnen der Bewegungen, Trend Extrapolation (http://de.wikipedia.org/wiki/Extrapolation) der Mengen und Zeitpunkte der Bewegungen
Source =Vom Lieferant zum Wareneingang
Make = Vom Wareneingang an die Verarbeitungsstätte über mögliche Zwischenlager zu den Distributionslagern
Deliver = Vom Distributionslager zum Kunden (Bringprinzip)
Return = Vom Kunden zurück in den Versand und vom Wareneingang zurück an den Lieferanten (Bringprinzip)
Implementation Level
Nun kennen wir die Kennzahlen und die entsprechenden innerbetrieblichen Bewegungen. Damit diese ermittelten Werte auch ein Gesicht bekommen und die Dynamik des Materialflusses auch abgebildet werden kann, wird die WirthSim™ Simulation eingesetzt. Nach der Zusammenführung mit dem Daten Level und dem Workflow Level ergibt die Simulation, oder besser gesagt die virtuelle Logistik, der Unternehmung eine anschauliche Form.
Mit dem Layout der Räumlichkeiten, den Distanzen zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen und den gewählten Hilfsmitteln kann die Simulation detailliert erstellt werden. Danach können die Kennzahlen helfen, die Verarbeitungsszenarien so einzupflegen, dass die Simulation diese virtuelle Realität auch emulieren kann.
Plan = Resourcenplanung pro Arbeitsplatz, Lagerfunktionen, Zwischenlager etc.
Source = Wareneingang (z.Bsp. Docks, Aufgabeplätze.......)
Make= Kommissionier- bzw. Produktionsarbeitsplätze sowie Zwischen- und Distributionslager
Deliver = Warenausgang (z.Bsp. Docks, Aufgabeplätze....)
Return = Wareneingang, jeweilige Arbeitsplätze
Neben dem Layouten, welches direkt mit WirthSim™ erstellt werden kann, muss auch das gesamte Auftragsszenario aufgestellt werden. Dabei können reale Daten aus bereits bestehenden Prozessen oder Systemen übernommen und eingepflegt werden.